Armenien – ein Praktikum an einer außereuropäischen Schule

von Stefan Pircher
23. April 2026

Hier folgt der Bericht von Frau Prof. Karin Model:

"Vom 06.04 bis 13.04 hatte ich die Möglichkeit, eine Woche lang den Unterricht an einer Schule in Jerewan zu besuchen. Durch ein Programm des österreichischen Bildungsministeriums namens „Weltweit unterrichten“ nahm ich diese Chance wahr und konnte so einmal über den Tellerrand des europäischen Schulsystems hinausblicken. Die Schule, an der ich fünf Tage den Deutschunterricht hospitierte und auch einige Deutschstunden selbst halten durfte, war die Gevorg Vardanyan Schule, kurz Schule Nr. 192 genannt. In Armeniens Hauptstadt werden nämlich alle Schulen einfach durchnummeriert.

 

Ganz herzlich wurde ich von meiner Kontaktperson, Frau Karpatyan, und der Schuldirektorin empfangen und konnte mich am ersten Tag über das armenische Schulsystem und die Schule informieren. Besonders überrascht war ich jedoch von dem Empfang der Schulklassen, die mich mit Bildern, Kuchen, Obst und lokalen Tänzen in armenischer Tracht begrüßten.

Der Schulalltag in Armenien an einer Tagesschule verläuft sehr ähnlich, wie jener an österreichischen Schulen. Allerdings gibt es viel weniger Ressourcen. Für eine Schule von ca. 1200 Schüler stehen nur 5 große Computerbildschirme zur Verfügung, die geteilt werden müssen. Internet bzw. WLAN gibt es an der Schule gar nicht (kaum vorstellbar in Österreich J ). Da es in der Schule keinen Kopierer für Lehrkräfte gibt, schreiben die Schüler alles in Hefte. Arbeitsblätter sind so kostbar, dass sie wieder eingesammelt werden und diese auszufüllen, ist ein strenges No-Go.

Ich konnte im Unterricht ein bisschen über unsere Schule und unser Schulsystem erzählen. Was die Jugendlichen aber am meisten interessierte, war welche Hobbies Jugendliche in Österreich ausüben und wie man am besten in Österreich, Deutschland oder der Schweiz einen Studienplatz bekommt. Das ist auch einer der Hauptgründe, warum Deutsch in Armenien an einigen Schulen ein fixer Bestandteil des Stundenplans ist.  

Eine große Herausforderung war die Sprache, da in Armenien hauptsächlich armenisch und russisch gesprochen und geschrieben wird und nicht viele Menschen Englisch können, war die Kommunikation sehr spannend. Trotzdem habe ich meinen Aufenthalt sehr genossen und die Möglichkeit am Wochenende genutzt, ein paar sensationelle Klöster und Museen zu besichtigen.

Ein arabisches Sprichwort sagt: Wer lebt, sieht viel. Wer reist, sieht mehr. Das kann ich nur bestätigen."